Am Ende einer Pre-Production, nachdem Story, Designs und Storyboard stehen, schließt sich der Versuch an, das bisher schriftlich und zeichnerisch Ausformulierte erstmalig in eine dreidimensionale Form zu bringen - in ein 3D-Animatic. Wichtig hierbei ist, dass die Character und das Set zunächst nur in groben Grundformen vorhanden sind (manchmal auch nur als simple Cubes) - selbst die Animation findet nur "rough" (grob) statt. Ein Animatic ist wie ein roher Diamant, der erst noch geschliffen werden muss. Denn das Ziel eines Animatics ist es, sich langsam dem geplanten Film anzunähern, nach und nach "zum Film zu werden":
Als Erstes werden die Sets grob gebaut, simple Character-Dummies plaziert, ebenso wie z.B. vorläufige Backgrounds (Hintergründe), sowie eine erste Beleuchtung gesetzt. Nun kommen die virtuellen Kameras hinzu, die - basierend auf den gezeichneten Storyboard-Bildausschnitten - die einzelnen Einstellungen einfangen, wobei natürlich geplante Fahrten, Schwenks etc. bereits animiert werden. Nun kann man schon ziemlich genau sagen, was die Kamera tatsächlich einfängt und was nicht - was also gemodelt werden muss und was nicht -, wie lange die einzelnen Animationen und Einstellungen sein müssen und somit auch der gesamte Film ist, welche Körperteile animiert werden müssen (fängt die Kamera zum Beispiel keine Beine ein, braucht man auch keinen Walkcycle animieren, dann genügt evtl. eine einfache Animation des Oberkörpers und der Hüfte), kurz: was aus ästhetischer, technischer und erzählerischer Sicht funktioniert und was geändert werden muss.
Von einem Animatic gibt es in größeren Produktionen viele Versionen, die aufeinander aufbauen und immer feiner ausgearbeitet werden: Allmählich werden das grobe Set und die Character durch feinere Modelle ersetzt, die dann auch ge-shaded und texturiert sind, die Ausleuchtung wird verbessert, Effekte- und Rendertests finden statt und und und. Eine Menge Arbeit für einen Film - vor allem vieles, welches der Zuschauer am Ende ja gar nicht mehr sieht, wie zum Beispiel das innere Skelett ("Rig") eines Characters. Doch je ernsthafter man die Pre-Production mit all ihren "vorbereitenden Schritten" betrieben wird und je mehr Arbeit man hier investiert, desto sicherer wird man auch umzusetzen verstehen, was man sich vorgenommen hat.